Sonntag

Vortrag 31.05. 19 Uhr "Anarchistische Organisation"

Die anarchistische Organisation "Die Plattform" hält am Freitag den 31. Mai um 19 Uhr einen Vortrag zum Thema "Anarchistische Organisation" in der Ganzen Bäckerei.

Ankündigungstext:
Die anarchistische Bewegung befindet sich in den letzten Jahren wieder in einem kontinuierlichen, wenn auch langsamen Aufbauprozess. Immer mehr anarchistische Gruppen entstehen, sie werden langlebiger und viele von ihnen haben sich in der strömungsübergreifenden Föderation deutschsprachiger Anarchist*innen (FdA-IFA) zusammengefunden. Auch die anarchosyndikalistische Basisgewerkschaft Freie Arbeiter*innen Union verzeichnet ein stetiges Wachstum und hat mittlerweile sogar selbstbewusst einige kleinere Arbeitskämpfe führen und teilweise auch gewinnen können. Gleichzeitig gibt es so viele Massendemonstrationen in Deutschland zu unterschiedlichen Themen wie schon länger nicht mehr: Für das Klima und den Hambacher Forst, für eine Seebrücke nach Europa, gegen die neuen Polizeigesetze, gegen den Rechtsruck und zu guter Letzt der feministische Streik am 8. März. Ein Großteil dieser Kämpfe orientiert sich an den demokratischen Spielregeln und ist damit kaum in der Lage politische Forderungen durchzusetzen sowie echten Druck von unten aufzubauen.
Dennoch sind es überfällige Zeichen dafür, dass sich die Menschen nicht mit der voranschreitenden autoritären Formierung, der Zerstörung unserer Lebensgrundlage sowie der Rücknahme erkämpfter Freiräume und Rechte zufrieden geben wollen. In dieser Situation, in der viele Menschen sensibilisiert und mobilisiert sind, schafft es die anarchistische Bewegung nur schlecht oder teilweise gar nicht Einfluss zu nehmen; Einfluss zu nehmen auf die sozialen Kämpfe, auf die Massendemonstrationen unserer Zeit. Doch genau eine solche Einflussnahme wäre äußerst wichtig. Nicht als Avantgarde oder Verschwörungzirkel, um die entsprechenden Bewegungen zu kontrollieren oder zu lenken. Sondern in gezielter, strategisch und inhaltlich klarer Beteiligung an diesen Kämpfen. Der Anarchismus bietet eine Fülle an spannenden Anregungen für die sozialen Bewegungen und andersherum können die sozialen Bewegungen auch uns in unterschiedlicher Weise bereichern. Wir denken es ist wichtig, dass wir uns besser aufstellen und in der Gesellschaft bedeutsamer werden. Viele Defizite innerhalb der anarchistischen Bewegung stehen uns dabei im Weg. Deswegen wird ein Teil unseres Votrags sich einerseits mit einer Kritik an der Bewegung befassen und andererseits Lösungsvorschläge für diese entwerfen.
Darüberhinaus werden wir unseren neuen Organisierungsansatz für eine dritte anarchistische Föderation erläutern. Zur Einleitung werden wir kurz darlegen: Was ist Plattformismus/Especifismo? Abschließen werden wir mit einem Ausblick auf die kommenden Schritte unserer Organisation, bevor wir dann zu einer spannenden Diskussion mit euch übergehen. Am Ende eröffnen wir euch die Möglichkeit mit uns zusammen die lokale Organisierung der plattform in deiner Stadt voran zu treiben!

Beginn 19 Uhr, Eintritt frei, Spenden erwünscht!

Freitag

Samstag 04. Mai ab 17 Uhr - Die ganze Weinerei

Die Ganze Weinerei

Wir wollen kein Glas vom Bardolino, wir wollen die ganze Weinerei!

 

Die Ganze Weinerei ist ein offenes und gemütliches Wohnzimmer für die Freund*innen des linken Infoladens „Die Ganze Bäckerei“, Mitglieder und Interessierte, mit gutem Wein und mit charmanter Atmosphäre.

Die Ganze Weinerei ist auch ein Forum für Künstler*innen, politisch Aktive und Kreative, die sich und ihre Kunst präsentieren können. Es wird Platz geschaffen, um Ausstellungen zu ermöglichen, Musik- und Filmabende zu veranstalten und um neuen Projekten den nötigen Raum zu geben. Politische Gruppierungen bekommen die Möglichkeit, sich vorzustellen und zu diskutieren.  Alle, die Freude und Interesse daran haben, sind herzlich Willkommen, mit uns den Abend zu genießen.

Die Ganze Weinerei ist bei all der Offenheit und all den Angeboten jedoch keine Kneipe und kein Gastronomiebetrieb. Es gibt kein Personal, nur aktive Helfer*innen. Es gibt keine Getränkekarte, somit keine festen Preise und auch keinen Eintritt. Schließlich verfolgen wir keine kommerziellen Interessen.

Natürlich hat auch die Ganze Weinerei ihre Rechnungen zu bezahlen und um die Kosten für das Projekt decken zu können, hat sich ein Spendensystem entwickelt, das wie folgt funktioniert:  An der Theke “mietet” der Gast sich gegen Spende ein leeres Glas und bedient sich selbst aus einem Sortiment ausgewählter Weine und alkoholfreier Getränke. Anstatt die Getränke direkt zu bezahlen, wird jeder Gast gebeten, für den Wein, den Abend, die Ausstellung, die Musik, kurz für das ganze Dargebotene oder Erlebte zu spenden und dadurch das Weiterbestehen der Ganzen Weinerei zu sichern. Wie hoch die Spende ist, bleibt selbstverständlich dem Gast selbst überlassen.

Keinen Wein gibt’s für  Rassisten, Antisemiten, Sexisten und sonstige unangenehme Zeitgenossen.
Ansonsten: Kommt rum!


Samstag,
04.05.2019,
17:00 Uhr – 23:00 Uhr


Die Ganze Bäckerei
Frauentorstraße 34
Augsburg

Dienstag

Vortrag "Die Entwicklung der radikalen Linken in der Türkei und ihr Status Quo" - 24. Mai 2019 19 Uhr

Die radikale Linke in der Türkei hat ihren Ursprung Anfang des 19. Jahrhunderts. Seit der Republikgründung 1923 massiv unterdrückt, gelangte sie mit der 68er-Bewegung zu einer Hochphase. Linke Studentenbewegungen entwickelten sich fast ausnahmslos in eine revolutionäre Richtung. Es bildeten sich drei Hauptadern der revolutionären Strategien heraus, die noch heute die radikale Linke in der Türkei prägen.

Durch zwei Militärputsche (1971, 1980) schaffte es die Staatsmacht jedoch, die radikale Linke mit ihren Revolutionsbestrebungen massiv niederzuschlagen. Ab den 1990er Jahren trat daher innerhalb der revolutionären Linke die Strategie des bewaffneten Kampfes in den Vordergrund. Randständiger wurden jedoch auch die beiden anderen in den 1970er Jahren etablierten Strategien fortgeführt und bestehen bis heute weiter.

Wie die Entwicklung scheinbar unausweichlich zur heutigen Situation der radikalen Linken führte und welche Rolle die unterschiedlichen Regierungen und die unterschiedlichen Gruppierungen in dieser Entwicklung spielten und spielen, wird Gegenstand dieses Vortrags sein. Es ist also die Absicht des Referenten, ein realistisches Bild der radikalen Linken in der Türkei mit all ihren historischen und politischen Facetten im Kontext gesellschaftlicher Entwicklungen zu zeichnen.

Freitag, 24. Mai 2019 19:00 Uhr
Veranstaltung mit Düzgün Polat
In der Ganzen Bäckerei
Augsburg Frauentorstr. 34

Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind erwünscht.
Die Vortragreihe wird dabei finanziell unterstützt von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Kurt-Eisner-Verein (KEV)

Sonntag

Vortragsmitschnitt "Revolution in Deutschland 1918 - 1923" am 05. April

Wer's nicht geschafft hat zum Vortrag mit Daniel Kulla über die Revolution 1918 - 1923 zu kommen, kann den Vortrag nachschauen:
https://www.youtube.com/watch?v=yQ12EUHV3ag

Ist nicht der Mitschnitt unseres Vortrags, sondern zum selben Thema in Kassel am 12.09.2018.

Bildet Euch, Bildet Andere, Bildet Banden!

Risikominimierung der Bespitzelung durch den Augsburger Staatsschutz - Teil2

In unserem gestern veröffentlichen Blogposting haben wir über die Bespitzelung
und Kriminalisierung von Facebook-Profilen geschrieben, die die Seite der ganzen Bäckerei liked oder Inhalte davon shared.


Heute soll's drum gehen, wie man damit umgeht.

Erste Regel: Keine Panik. Wenn Du uns schon länger mal geliked hast und es kam noch keine Post vom Staatsanwalt und Du konntest heute Früh in Ruhe ausschlafen, wird der Staatsschutz vielleicht schon mal über Dich dein Facebook-Profil drüber gesurft haben, aber glücklicherweise nix gefunden haben.


Dennoch kannst Du Dir überlegen die ein oder Vorsichtsmaßnahme zu ergreifen. Das hier wird jetzt kein kompletter Kurs in digitaler Selbstverteidigung, das sprengt dann doch den Rahmen und ist auf Facebook eh nur in geringem Maße möglich, aber es gibt ein paar Tips, die wir gerne weitergeben wollen.


1.) Keine Klarnamen-Profile

Deinen echten Vor- und Nachnamen im Facebook-Profil zu verwenden. Macht dem Staatsschutz die Arbeit unnötig leicht Dich zu finden. Für ein Auskunftsersuchen an Facebook zu stellen, muss der Staatsschutz die zugegebenermaßen kleine Hürde "Staatsanwalt" überwinden, aber die hanebüchensten Kriminalisierungsversuche scheitern da vielleicht schon mal und es kommt gar nicht zu einem Verfahren, da der Aufwand steigt und auch der Staatsschutz nur begrenzte Ressourcen hat.

Kein Pro ohne Contra: Facebook mag es überhaupt nicht, wenn Du Fantasienamen verwendest und nötigte Dich in diversen Klarnamenkampagnen der letzten Jahre bis zum Einschicken deines abfotografierten Ausweises, um dein gesperrtes Facebookprofil mit all deinen Freunden wieder zu bekommen. Sei da etwas kreativ und behalte im Hinterkopf, dass Du überhaupt kein Anrecht drauf hast, dass Facebook Dir Zugang zu seiner Plattform geben muss und Du Dir überlegen solltest, welche Zumutungen zu bereit bist zu akzeptieren.


2.) Kein öffentliches Posten

Stell die Sichtbarkeit deines Facebook-Profils auf "Nur Freunde". Da Du wahrscheinlich nicht die Staatsschutzbullen in deiner Freundesliste hast, schützt Dich das davor, dass selbst wenn Du mit einem Like oder Share der Bäckerei dem Staatsschutz aufgefallen bist, aktuell nicht dein Profil abgesurft wird.

Wir haben keine Anhaltspaunkt, dass der Staatsschutz derzeit einen Zugriff auf die sämtliche Facebook-Profile und auch die nicht-öffentlichen Inhalte hat. Das kann sich aber noch ändern und zeigt halt nur ein weiteres Mal die Probleme einer zentralisierten Plattform auf.


Last-but-not-Least: Sei nicht so bequem.

Facebook ist praktisch, weil da sind eh alle. Meine Freund*innen, meine Genoss*innen, man bekommt bestimmte Nachrichten aus seiner Filterbubble mit, die die Kumpels teilen, jedes Projekt/NGO ob real oder nicht existierend hat einen Auftritt bei Facebook und nutzt das teilweise als ausschließlichen Kanal zur Verbreitung von Inhalten.

Klar ist es mühsamer sich in E-Mails-Newsletter einzulesen, den Newsfeed zu abonnieren, auf der Handvoll Blogs regelmäßig nachzulesen und die ex-Komiliton*innen anzurufen um zu erfahren was die gerade so machen. Und Du hast verdammt recht damit. Digitale soziale Netzwerke sind praktisch. Aggregierte Webseiten wie indymedia.org, die Terminübersicht auf auxpunks und was uns sonst noch einfällt sind praktisch um Bescheid zu wissen und um im Wahnsinn, des sich beleunigenden Abschieds von zivilsatorischen Errungenschaften den (vermeintlichen) Überblick zu behalten.


Dass Facebook, Twitter, Instagram, Snapchat, TicToe u.v.m. die Prototypen für alle digitale Soziale Netzwerk sind, steht jedoch nirgends.

Es gibt dezentrale und auf freier Software basierende Alternativen:  Diaspora, Friendica, Mastodon, Peertube um nur einige zu nennen. Schaut mal was das linke Techkollektiv Eures Vertrauens so hat und unterstützt Organisationen oder Individuen, die dezentrale und schwerer zu überwachende Infrastruktur betreiben, indem Du anfängst es auch selber zu nutzen.

Klar kotzt's jede*n an, auf'm Smartphone drei verschiedene Messenger-Apps zu haben, die zueinander inkompatibel sind. Das liegt auch daran, weil sie in der kapitalistisch begründeten Konkurrenzsituation zueinander stehen und das ist in freien Alternativen oft anders.

Die freien und dezentralen Alternativen sind vielleicht nicht so schick und reich an Funktionen wie die etablierten IT-Konzerne. Trotzdem sind die oft erstaunlich gut geworden in den letzen Jahren und verdienen's ausprobiert zu werden.

Überleg Dir was für Dich wichtig ist in deinem digitalen Leben: Wie viel Bequemlichkeit und Komfort erwarte ich mir und wie viel Risiko bin ich bereit für mich und meine Freund*innen und Genoss*innen einzugehen, wenn ich mein digitales soziales Netzwerk in einem zentralistischen System eines IT-Konzerns anvertraue. Facebook, wie viele andere digitale soziale Netzwerke, ist eine Werbeplattform, für die Interaktion zählt, die in Daten erfassbar bewert- und verwertbar ist. Darum die Optimierung auf möglichst viel Interaktion, seien es kontroverse Diskussionen, Fake News, Clickbait in reisserischen Überschriften, div. Skandale im Datenhandeln usw. um noch mehr Interaktion und damit verwertbare Daten zu generieren.

Wir sehen Facebook absolut kritisch und würden uns davon auch zurückziehen. Noch ist es unverzichtbar als Kanal um eine linke Szene zu informieren und mobilisieren. Kommt mit uns auf andere Kanäle, die schwerer zu überwachen sind. Dazu in ein paar Wochen mehr, bis dahin: Öfters mal was Neues ausprobieren!

Samstag

Augsburger Staatsschutz beobachtet Eure Facebook-Profile - Teil1

Wir müssen mit Euch, die Ihr Euch regelmäßig über alle Kanäle der ganzen
Bäckerei informiert, über ein wirklich ernstes und beunruhigendes Thema sprechen:
Der Staatsschutz Augsburg beobachtet systematisch die Facebook-Profile aller, die die Bäckerei liken oder deren Inhalte teilen.

Hier ein Übersicht der uns bekannten Fälle:
Fall 1)
Ein*e Genosse/in teilt auf Facebook einen Artikel der Süddeutschen, in dessen Titelbild im Hintergrund eine YPG-Flagge zu sehen ist. Der Staatsschutz leitet ein Ermittlungsverfahren ein wegen Unterstützung terroristischer Organisationen ein und stellt einen Antrag auf Hausdurchsuchung, den die Staatsanwaltschaft unterstützt. Die Polizei steht Frühmorgens vor der Tür, beschlagnahmt Handys und PCs und durchsucht den Rest der Wohnung.

Fall 2)
Ein*e Genosse/in schreibt auf seiner/ihrer persönlichen Facebookseite einen Text mit antifaschistischem Inhalt und setzt ein Bild Adolf Hitlers zur Illustration ein. Daraufhin leitet der Staatsschutz ein Ermittlungsverfahren ein wegen Verbreitung Kennzeichen verfassungsfeindlicher Organisationen ein, obwohl Hitler als Person der Zeitgeschichte abgebildet wird, zwar in Uniform, jedoch ohne Hakenkreuze oder dergleichen. Der/Die Genosse/in sieht sich ebenfalls einem Ermittlungsverfahren, Anwaltskosten und womöglich einem Strafbefehl gegenüber.

Fall 3)
Ein*e Genosse/in teilt auf Facebook einen Online-Artikel der Hamburger Morgenpost, in den ein Video von den G20-Protesten eingebettet ist. In dem Video ist kurz eine Kurdenflagge mit in Deutschland verbotenem Motiv zu sehen. Gegen den/die Genosse/in leitet der Staatsschutz Augsburg ebenfalls ein Verfahren wegen Unterstützung terroristischer Organisationen ein. Ausgang ungewiss. Auch hier schlagen erstmal die Anwaltskoten zu.

Der ein oder die Andere wird sich jetzt vielleicht fragen: "Hm, wie is denn der Augsburger Staatsschutz auf die Facebook-Seiten der ganzen Leute gekommen, die können ja nicht alle Facebook-Profile der Leute aus Augsburg lesen?!".

Die wahrscheinlich für Euch verstörende Antwort: Über uns.

Aus den Ermittlungsakten geht klar hervor, dass Ausgangspunkt für den Augsburger Staatsschutz für deren Kriminalisierungskampagne die Facebook-Seite der Ganzen Bäckerei ist. Jedes Facebook-Profil das uns liked, hier kommentiert oder unsere Posts shared, wird vom Augsburger Staatsschutz abgesurft. Wo nur die geringste Chance besteht, Gerichtsverfahren gegen Dich anzustrengen, schaltet der Staatsschutz die Staatsanwaltschaft ein und überzieht Dich mit kostspieligen Verfahren und mit unter auch Hausdurchsuchungen.

Legitime und auch legale Meinungsäußerungen werden vom Staatsschutz als Anlass genommen, Euch und Dich zu kriminalisieren.
Dir immense Kosten zu Verursachen für Anwält*innen, Strafbefehle usw.
Dir Stress zu machen, wenn Du Post von der Staatsanwaltschaft bekommst, die Bullen frühmorgens in deine Wohnung reinrüpeln, in deiner stinkigen Wäsche rumwühlen und die Daten deines PCs und Handys auswerten.
Dich einschüchtern Dich politisch auf Facebook zu äußern und zu betätigen.
Eine Gesinnungsjustiz aufbaut, die mit maximaler Härte gegen alles vorgeht was nur irgendwie links ist, um jede Solidaritätsbekundung und Zusammenarbeit mit linken Bewegungen zu erschweren.
Deine und die Ressourcen anderer zu binden.

Wer bis hier hin gelesen hat und noch nicht in Panik den PC verbrannt und die ganze Bäckerei auf Facebook entfreundet hat. Gut gemacht und Danke soweit. Denn eine überhastete Reaktion bringt keinem was, denn wenn dann hat der Staatsschutz schon längst mal dein Profil abgesurft, weiß dass Du letzte Woche im CityClub warst und hat das Foto vom Festivial abgesehen auf dem Du mit einem aufblasbaren Flamingo rummachst.
Der Schock sitzt tief und die Verunsicherung ist sicherlich beträchtlich. Bei uns auch.

Wir wollen Dich aber nicht alleine lassen und deshalb gibt's gleich morgen eine Fortsetzung. Wer jetzt Facebook nicht mehr so ganz vertraut, natürlich gibt's alle unsere längeren Texte auf'm Blog https://ganzebaeckerei.blogspot.com/

Freitag

Vortrag "Demokratie + Antifaschismus: Der Inlandsgeheimdienst >>Verfassungsschutz<< Fremdkörper in einer offenen Gesellschaft?" 10. April 19:30 Stadtbücherei

Die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes - Bund der Antifaschistinnen
Das Thema "Demokratie + Antifaschismus: Der Inlandsgeheimdienst >>Verfassungsschutz<< Fremdkörper in einer offenen Gesellschaft?" das heute mehr Bedeutung hat denn je und doch geht die Geschichte um die Auseinandersetzung zwischen Zivilgesellschaft und der Bespitzelung und Repression durch den Verfassungsschutz bis in die 1970er zurück, als noch Berufsverbote und Radikalenerlass Gang und Gäbe waren.
Wir zitieren mal aus dem Einladungstext von vvn-augsburg.de/:
und Antifaschisten (VVN-BdA) lädt am 10. April zu einer Veranstaltung in die Stadtbücherei ein.
Die pensionierte Lehrerin Silvia Gingold aus Kassel gehörte zu den ersten vom Berufsverbot Betroffenen der Bundesrepublik Deutschland in den 70er Jahren. Sie ist Mitglied der „Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten VVN-BdA“ und Tochter der jüdischen Widerstandskämpfer Ettie und Peter Gingold.

Wie schon in den 70er Jahren steht Silvia Gingold heute wieder unter geheimdienstlicher Beobachtung des hessischen Verfassungsschutzes, u.a. wegen Lesungen und Vorträgen aus den Erinnerungen ihres verstorbenen Vaters. Damit setzt sich die Verfolgung und Bespitzelung der Familie bis heute fort.

Trotz der öffentlich gewordenen Verstrickungen des deutschen Inlandsgeheimdienstes mit dem mörderischen neonazistischen Netzwerk des NSU und der militanten Naziszene entzieht sich der „Verfassungsschutz“ weitgehend der parlamentarischen Kontrolle und fühlt sich, gedeckt durch die derzeitige Regierung, unangreifbar.

Silvia Gingold wird über ihre Erfahrungen berichten. Wir meinen: Stoff für eine rege Diskussion.

Kommt vorbei wird bestimmt spannend!
10. April 19:30 in der Stadtbücherei.

Montag

Vortrag "Kritische Theorie und Geschlecht" - 19. April 2019 19:30 Uhr

Seit einigen Jahren wird wieder vermehrt diskutiert, wie sich materialistisches und feministisches Denken verbinden lassen. Allerdings hat der ‚new materialism’, der in der akademischen Geschlechterforschung aktuell stark rezipiert wird, wenig mit einer Kritik der politischen Ökonomie in Marxscher Tradition zu tun. Marxistisch-feministische Ansätze wiederum stellen in erster Linie auf geschlechtliche Arbeitsteilung als ein entscheidendes Moment kapitalistischer (Re-)Produktionsverhältnisse ab. Welche Zugänge die Kritische Theorie eröffnet, die ab den 1930er-Jahren von Max Horkheimer, Erich Fromm, Theodor W. Adorno, Herbert Marcuse und anderen entwickelt wurde, soll im Vortrag dargestellt und diskutiert werden. Deutlich wird dabei werden, dass deren historisch-materialistische Perspektive über Kapitalismuskritik im engeren Sinne hinausgeht, insofern sie als kritische Theorie bürgerlicher Gesellschaft und Subjektivität immer auch Kritik herrschaftsförmiger Geschlechter- und sexueller Verhältnisse bedeutet.

Barbara Umrath ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschlechterstudien der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften der TH Köln. Ihre Dissertation „Geschlecht, Familie, Sexualität. Die Entwicklung der Kritischen Theorie aus der Perspektive sozialwissenschaftlicher Geschlechterforschung“ erscheint im März im Campus Verlag.

Freitag, 19. April 2019 19:30 Uhr
Veranstaltung mit Barbara Umrath
In der Ganzen Bäckerei
Augsburg Frauentorstr. 34

Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind erwünscht.
Die Vortragreihe wird dabei finanziell unterstützt von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Kurt-Eisner-Verein (KEV)

Vortrag "1918-23 – Revolution in Deutschland" - 5. April 2019 20:00 Uhr

Die Novemberrevolution 1918 hat es gerade so ins landläufige Geschichtsbild geschafft, zumindest unter Linken geht sie noch bis Januar 1919 weiter. Der Höhepunkt der revolutionären Bewegung im Februar und März 1919 ist hingegen unter den diversen historischen Siegererzählungen fast verschwunden, was auch die Rückschau auf die weiteren Massenstreiks, Sozialisierungen und Erhebungen bis 1923 sowie die Folgegeschichte prägt. (Nazis redeten nicht gern genauer darüber, wen sie da zusammengeschossen hatten und für wen; die SPD redete gar nicht gern darüber, auf wen sie die ersten Nazis so alles hat schießen lassen; die KPD redete nicht ganz so gern darüber, auf wen geschossen wurde, wenn es nicht ihre Leute waren oder sich zumindest als solche reklamieren ließen.)
So ist das wichtigste revolutionäre Vorbild in der deutschen Geschichte genau deshalb fast vergessen, weil es in so hohem Maß selbstorganisiert war und damit nicht in die übliche nationale wie antinationale Vorstellung vom Deutschen passt, sich weder für Vereinnahmung noch als Schreckbild anbietet. Gleichermaßen in Vergessenheit geraten sind die Konsequenzen: Sowohl der Aufstieg des Nationalsozialismus als auch sein konkretes Erscheinungsbild – mehr als bei jedem anderen Faschismus eine Verkleidung als Arbeitskräfterevolution – erscheinen ohne diese Vorgeschichte kaum begreiflich. Kulla schlägt vor, die kommenden fünf Jahre der revolutionären 100. Jahrestage ab November 2018 dazu zu nutzen, diese Geschichte so sichtbar wie möglich zu machen.
Welche Bedeutung haben bei diesen Ereignissen die Vorgänge in Augsburg wie im übrigen Bayern?
Im April/Mai 1919 haben sie das Abschlachten der revolutionären Kräfte in Bayern durchgeführt, oder befohlen oder mit Sympathien angeschaut. 2018/19 feiern sie den die bayerische Räterepublik und auch den Freistaat Bayern als i h r e n Sieg. - Widerspruch oder logische Folge?

Freitag, 5. April 2019 20:00 Uhr
Veranstaltung mit Daniel Kulla
In der Ganzen Bäckerei
Augsburg Frauentorstr. 34

Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind erwünscht.
Die Vortragreihe wird dabei finanziell unterstützt von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Kurt-Eisner-Verein (KEV)

Mittwoch

Diesjährige Vortragsreihe in der Bäckerei: Was tun? – Kämpfe verbinden! #savethedate [KORREKTUR]

Auch dieses Jahr organisiert die Ganze Bäckerei wieder eine Vortragreihe. Titel diesmal: "Was tun? – Kämpfe verbinden!"
Das Programm ist noch nicht zu vollständig fix und wir noch ergänzt, also schaut ab und zu mal auf's Blog.
Auf alle Fälle eine spannende Themenvielfalt ist garantiert.

Fest steht bisher:
5. April 20 Uhr, Vortrag "1918-23 – Revolution in Deutschland"
19. April 19:30, Vortrag "Kritische Theorie und Geschlecht"
24. Mai 19 Uhr, Vortrag "Die Entwicklung der radikalen Linken in der Türkei und ihr Status Quo"

Detaillierte Vortragstexte folgen in Kürze!

Der Eintritt ist wie immer frei, Spenden sind erwünscht.
Die Vortragreihe wird dabei finanziell unterstützt von der Gewerkschaft für Erziehung und Wissenschaft (GEW) und dem Kurt-Eisner-Verein (KEV)