Dienstag

Wer Nicht Feiert, Hat Verloren

70 Jahre Sieg über den Nationalsozialismus und Befreiung seiner Gegner



Am 8. Mai jährt sich zum siebzigsten Mal der Sieg der Alliierten über Nazi-Deutschland und seine Verbündeten. Er markiert die bedingungslose Kapitulation Deutschlands und somit das Ende des zweiten Weltkriegs in Westeuropa und der industriellen Massenvernichtung in den Konzentrationslagern. Ein großer Anlass, zu feiern!
Spätestens mit dem Überfall auf Polen hatte Deutschland einen „Totalen Krieg“ über Europa gebracht, der in Umfang, Qualität und Ideologie historisch beispiellos ist. Blitzkriege gegen die Benelux-Staaten und Frankreich im Westen, der Luft- und Seekrieg gegen England, die Vernichtungskriege gegen die „slawischen Völker“ u.a. in Polen und der Sowjetunion.
Die industrielle Vernichtung von sechs Millionen Jüdinnen und Juden (Shoa),von mindestens 500.000 Angehörigen der Roma (Porajmos), von Homosexuellen und politisch und religiös Verfolgten sowie den weiteren unter menschenverachtenden Verhältnissen zu Tode gekommenen Kriegsgefangenen. Diesem in die Tat umgesetzten Nationalsozialismus in Form von Massenvernichtung, Krieg und faschistischer Herrschaft setzten die alliierten Soldaten der USA, Großbritanniens, Kanadas, Frankreichs und der Sowjetunion sowie die lose organisierten Widerstandskämpfer_innen und Partisan_innen unter hohen personellen Verlusten und immensem Kräfteaufwand ein Ende. Ihnen ist zu danken.

Nach 1945 jedoch fand kein personeller und struktureller Bruch mit dem Nationalsozialismus statt – der BND, das Auswärtige Amt und die unzähligen auch lange nach dem Krieg im gesamten westdeutschen und österreichischen Staatsapparat untergekommenen Altnazis zeugen hiervon.
Heute müssen wir das Erstarken von rückwärtsgewandten, mörderischen Ideologien erleben. Hetze gegen Menschen mit Migrationshintergrund, PEGIDA und Brandanschläge auf Flüchtlingsheime sind neuerlicher Ausdruck von Rassismus. Antisemitismus und Verschwörungstheorien blühen heute in Bewegungen auf, die strukturelle Übel fälschlicherweise einer angeblichen Minderheit zuschreiben. Nationalsozialisten ermorden neun Menschen - nicht etwa im „Untergrund“, sondern tatkräftig unterstützt und gedeckt durch Organe des deutschen Staates. Die Forderung nach einem „Schlussstrich“ unter die Vergangenheit ist lächerlich und in Deutschland mehrheitsfähig. Die Bundesregierung weigert sich bis heute, Widerstandskämpfer_innen zu rehabilitieren, sich für Massaker der deutschen Wehrmacht wie z.B. in Distomo zu entschuldigen oder die legitimen Rückzahlungsforderungen der griechischen Regierung zu erfüllen.

Lasst uns gemeinsam den 8./9. Mai als einen Tag begehen, an dem wir das Ende des deutschen Nationalsozialismus gemeinsam feiern, dessen Opfern gedenken und wieder aufkeimender Diskriminierung und Ausgrenzung sowie den neuesten deutschen Großmachtbestrebungen eine Absage erteilen!