Donnerstag

Q&A zum verhinderten Auftritt von Frontex-Direktor Rösler

Beobachtungen aus der Brechtbühne
 
(1) Verhinderten „aufgebrachte junge Leute“ (AZ) den Auftritt von Frontex-Direktor Klaus Rösler?
Nein. Wir legen Wert darauf zu betonen, dass sich auch alte Empörte unter den Störern befanden. Auch Senioren können sich prima aufbringen, wenn es um Grenztote geht. Eine Störerin, die nicht namentlich genannt werden möchte, gibt zu Protokoll: „Ich sehe zwar nicht so aus, aber ich bin schon weit über 57!“

(2) Verhinderten „aufgebrachte junge Leute“ (AZ) den Auftritt von Frontex-Direktor Klaus Rösler?
Nein. Wir legen Wert darauf zu betonen, dass die Störer nicht einfach emotional empört waren und sind. Ein Flugblatt, das an jenem Freitagnachmittag bei der Brechtbühne verteilt wurde, dokumentieren wir unten.

(3) Waren tatsächlich „150“ (AZ) ZuschauerInnen in der Brechtbühne anwesend, die Klaus Rösler gerne zugehört hätten?
Neueste Schätzungen gehen davon aus, dass sich bis zu 1500 weitere ZuschauerInnen in der Brechtbühne befanden, die gerne mit Klaus Rösler diskutiert hätten. Damit wäre bewiesen, dass die „linksradikalen Störer“ echt wirklich ziemlich linksradikal waren und ihre Anliegen deswegen völlig indiskutabel sind, weil sie in der absoluten Minderheit sind.
Allerneueste Schätzungen sprechen hingegen davon, dass die AZ weder zu logischen Rechenleistungen, noch zu Zählen mit Augenmaß fähig ist. Ein junger Bielefelder berichtete, dass „sich nicht mehr als 40 der in der Brechtbühne anwesenden Personen nicht aktiv an den Protesten“ beteiligt hätten.


(4) Brüllten linksradikale Störer wirklich „Nazis, Mörder, der Staat schiebt ab“, wie zwischenzeitlich durch die AZ verlautbart?
Aber ja doch. Weitere Rufe waren „Nie, Ja, immer wieder Deutschland“, „Refugees are coming here“ und „Mord, Krieg, Deportation. Das ist doitsche Tradition“. Kann man übrigens alles googeln.

(5) Agieren die Stadt Augsburg und das Augsburger Friedensbüro zuweilen weltfremd?
Aber nein. Niemand konnte ahnen, dass Auftritte von Reizfiguren wie Frontex-Vertretern Protest hervorrufen würden. Auch in anderen Städten kam es bei ähnlichen Versuchen zu keinerlei Zwischenfällen. Das Friedensbüro hat das natürlich gegoogelt.
(6) Waren wirklich „Protestanten des links-autonomen Zentrums 'Ganze Bäckerei'“ (AZ) anwesend?
Wir distanzieren uns mit Nachdruck von Anschuldigungen, die uns mit Formen religiöser Verblendung in Verbindung bringen möchten.
Die unglaublich homogene Masse der SympathisantInnen der Ganzen Bäckerei huldigt geschlossen den Fetischen der Protestisierung und des Demonstravismus.

(7) Wie sehr lieben wir Volker Ullrich (CSU) wirklich?
Es würde den hier vorhandenen Rahmen sprengen, unsere Liebe zu Volker im Einzelnen auszubreiten. Festzuhalten bleibt: Volker engagierte sich in den letzten Jahren aktiv und mit Herzblut für alternative und insbesondere linke Umtriebe in Augsburg. Unter anderem ermöglichte er als damaliger Ordnungsreferent im September 2013 eine Diskussionsveranstaltung zu Ehren demokratischer Grundwerte mit der Bürgervereinigung Pro Deutschland direkt vor der Ganzen Bäckerei. Toll!
Auch nun wieder ist Volker „empört“ über die Vorgänge in der Brechbühne und kündigt auf Facebook an: „(...) Es muss aber auch darüber gesprochen werden, wie der Staat auf den ebenso zu Tage tretenden Missbrauch des Asylrechts (Asylantrag ohne Bleibeperspektive) reagiert. Hier sind klare rechtsstaatliche Antworten gefordert“. Volker ist ohne klare Befehle von oben zum Umgang mit Individuen überfordert, die behaupten, sie würden gerne in Deutschland leben (das kann ja jeder sagen!). Er wird daher wohl für den 17. September Klaus Rösler nach Augsburg einladen.
Lieber Volker, wir kommen bestimmt! Vielleicht aber auch nicht. Wir melden uns sicher nochmal bei dir!