Sonntag

Start der Vortragsreihe "Alles für Deutschland? - Entwicklungen von Faschismus und Rassismus in Europa - und Konsequenzen"

Der AK Vorbereitung hat im Laufe des Frühjahrs und Sommers eine sehr vielversprechende Vortragsreihe organisiert.
Alles nachzulesen unter: https://wintervortragsreihe.tumblr.com

Die fünf Veranstaltungen der Reihe finden wie folgt statt:
Sonntag, 25. September, 19:00: Faschismustheorien – Eine Einführung
Freitag, 14. Oktober, 20:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa

Freitag, 11. November, 20:00 Uhr: „Ja, das ist Heidegger.“ (Björn Höcke)
Terminänderung -Freitag, 25. November, 19:00: Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA
Freitag, 9. Dezember, 20:00 Uhr: Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern

Alle Veranstaltungen beginnen rel. pünktlich und bei freiem Eintritt. Spenden sind erwünscht.

Die Entwicklung nationalistischer Organisationen in Europa macht rasante Fortschritte, rassistische Bewegungen und Parteiprogramme erhalten bedrohlichen Zulauf, Angriffe auf Menschen aus gesellschaftlichen Minderheiten oder Einrichtungen für sie sind quasi auf der Tagesordnung, Faschisten sind dabei immer wieder Impulsgeber, Anschieber, Organisatoren. Wissenschaftliche Untersuchungen weisen aus, dass solche Erscheinungen Unterstützung aus allen Kreisen der Gesellschaften erhalten.
Die ökonomische und politische Machtposition Deutschlands in Europa spielt dabei eine wesentliche Rolle.
Neben der Analyse der Ursachen für solche gesellschaftlichen Entwicklungen soll auch die Untersuchung des Verhaltens bzw. Nichtverhaltens linker Gruppierungen und Einzelmenschen in dieser Veranstaltungsreihe behandelt werden.

Faschismustheorien – Eine Einführung

Freitag, 25. September, 9:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in
In der Faschismustheorie geht es um die Beschreibung und Erklärung von Faschismus als politischer Ideologie, Bewegung, Herrschafts- und Praxisform in der globalen kapitalistischen Moderne. Faschismustheorie liefert keine direkte Anleitung für antifaschistische Strategie, aber ganz ohne theoretische Orientierung ist antifaschistische Strategiebildung wiederum auch nicht zu haben. Nur eins von vielen Problemen dabei ist, dass die Bezeichnung "Faschismus" innerhalb und außerhalb der politischen Linken häufig als reiner Kampfbegriff verwendet und dadurch entwertet wurde und wird. Die Veranstaltung soll versuchen, zumindest ein bisschen Klarheit in die begriffliche Verwirrung zu bringen.
Mathias Wörsching betreibt die Internetseite faschismustheorie.de und schreibt Artikel und Aufsätze zum Thema (u.a. im "Antifaschistischen Infoblatt"/AIB). Ein Einführungsbuch von ihm erscheint bald in der Reihe "Theorie.org".

„Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa

Freitag, 14. Oktober, 20:00: „Die braune Welle“ – Rechtspopulismus in Europa
Die extreme Rechte weltweit arbeitet immer mehr grenzübergreifend zusammen. Der Vortrag stellt die Frage ob es so etwas wie eine braune Internationale gibt und wo die ideologischen Grundlagen für eine solche internationale Kooperationen von Nationalisten liegen. Dazu beleuchtet er die grenzübergreifende Zusammenarbeit von extrem rechten Parteien und Organisationen wie Blood&Honour und die Hammerskins. Neben gemeinsamen Bezugspunkten gibt es aber auch allerlei Hindernisse, die erwähnt werden. Schwerpunkte des Vortrages sind außerdem die „Außenpolitik“ von extrem rechten Parteien aus Deutschland (AfD, NPD, Pro-Bewegung), (Zweck-)Bündnisse der extrem Rechten mit Islamisten und autoritären Regimen (Iran, Irak, Lybien) und die Versuche der Verständigung der Eurorechten auf EU-Ebene.
Lucius Teidelbaum, Jahrgang 1984, ist freier Journalist, Publizist und Rechercheur zum Thema extreme Rechte und anliegende Grauzonen. Von ihm erschienen u.a. im Unrast-Verlag zwei Bücher zu den Themen „Braunzone Bundeswehr. `Rechtsum´ in der Männertruppe“ (2012) und „Obdachlosenhass und Sozialdarwinismus“ (2013). Derzeit sitzt er an einem dritten Büchlein zum Thema PEGIDA.

"Ja, das ist Heidegger" (Björn Höcke) - Die Philosophie von AfD & Co. im Kontext

Freitag, 11. November, 20:00 Uhr: "Ja, das ist Heidegger" (Björn Höcke) - Die Philosophie von AfD & Co. im Kontext"
In den Denkpanzern der „Alternative für Deutschland“ wird gerade eifrig daran geschraubt, der Partei ein solides ideologisches Fundament zu verleihen. Die Programmatiker der Bewegung bedienen sich dabei altbewährten Inventars aus der Mottenkiste der „konservativen Revolution“, derjenigen ideologischen Schule der Zwischenkriegszeit (der u. a. Heidegger, Jünger und Schmitt zugerechnet werden), die gedanklich dem Nationalsozialismus die Schneise schlug. Jenseits üblicher moralischer Denunziationen will dieser Vortrag die Verbindungslinien zwischen AfD-Ideologie und „konservativer Revolution“ konkret aufzeigen und versuchen, eine philosophische Kritik daran zu artikulieren. Im Kern wird es um die Frage gehen, welche Rolle der Emotion im Politischen zukommen sollte.
Paul Stephan (M.A.) beendete kürzlich sein Studium der Philosophie, Germanistik und Soziologie in Frankfurt a. M. Er bereitet nun ein Dissertationsprojekt über den Begriff der Authentizität bei Kierkegaard, Stirner und Nietzsche vor.

!!!Terminänderung!!! Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA !!!Terminänderung!!!

Terminänderung auf den
Freitag, 25. November, 19:00: Strategien autoritärer Propaganda heute. Das Beispiel PEGIDA
Im letzten Jahrzehnt prosperierten in Europa nationalliberale Parteien und Strömungen. Vorgeblich werden westliche Werte wie Wahlrecht, Frauenrechte und Religionsfreiheit gegen Bedrohungen von außen verteidigt.
Während sie auf den Tugendterror der Islamisten nur die Abschiebung als Antwort haben, konzentrieren sich die Bewegungen auf die Etablierung als Anti-Parteien, als prospektive Massenbewegung. Die Vordenker der Bewegung verfahren nach Lehrbüchern der faschistischen Propaganda: Integration in die Masse, sadistische Phantasien, autoritäres Strafbedürfnis. An Filmmaterial von PEGIDA-Rednern werden Techniken der faschistischen Propaganda nach Kracauer, Horkheimer und Adorno analysiert, daneben die Realität der Migration differenziert.
Felix Riedel arbeitet als Ethnologe u.a. zu Gewaltanthropologie, Hexenjagden, Antisemitismus und Rassismus. Weiteres auf felixriedel.net und nichtidentisches.de.

Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern

Freitag, 9. Dezember, 20:00 Uhr: Von PEGIDA, AfD und „Drittem Weg“ - die radikale Rechte in Bayern
Robert Andreasch, freier Journalist und Mitarbeiter der „Antifaschistischen Informations-, Dokumentations- und Archivstelle München“ (a.i.d.a.) nimmt uns mit auf eine Tour in die regionale, radikale Rechte, zeigt Inhalte, Akteurinnen und Akteure:
Brandanschläge und Gewaltdelikte gegen Geflüchtete und ihre Unterkünfte nehmen hier genauso zu wie rassistische Mobilisierungen, in vielen Gemeinden organisieren Bürgerinnen und Bürger Kampagnen gegen die Unterbringung von Asylsuchenden. „Pegida“-Aufmärsche in München und Nürnberg finden in einer hartnäckigen Kontinuität statt, Neonazis tanken Selbstbewusstsein und die AfD tritt mit rassistischer Hetze und homophober Agitation auf. Doch wie agiert eine radikale Rechte in einem Bundesland, in dem auch der Ministerpräsident „bis zur letzten Patrone“ gegen Zuwanderung kämpft? Robert Andreasch arbeitet als Journalist über die radikale Rechte in Bayern. Seine Recherchen, Fotos, Texte und Beiträge erscheinen in bekannten Medien und Fachpublikationen. Hochschulen und Bildungseinrichtungen laden ihn regelmäßig zu Vorträgen ein; der NSU-Untersuchungsausschuss des nordrhein-westfälischen Landtags befragte ihn im vergangenen Jahr als Experten für rechten Terror und dessen Konzepte.