Freitag

Vortrag "Auf dem Maidan" 7. Oktober, Beginn 19 Uhr

Mit dem „Maidan“ rückte die Ukraine (wieder) in die Mitte europäischer Aufmerksamkeit und mit ihr ihre politischen Konflikte. Die anfängliche Beteiligung linker und antifaschistischer Gruppierungen schwand sehr schnell. Dagegen nahmen paramilitärisch organisierte nationalistische und faschistische Gruppierungen mehr und mehr Raum ein. Sie wirkten maßgeblich am Regierungswechsel mit, der Oligarchen aus dem Westen der Ukraine zurück an die Macht brachte. Mit der Fortführung des Konfliktes bis hin auf die Ebene des Bürgerkrieges prägen diese Gruppierungen das Bild der Ukraine massiv. Spätestens mit den Geschichtsgesetzen, die nicht nur ein Parteienverbot der „KP“ herbeiführten, sondern auch den Faschisten Stepan Bandera und seine OUN in den Status nationaler Helden hervorhoben scheint „Antifaschismus“ weitgehend desavouiert. In der ukrainischen Öffentlichkeit klingt der Terminus „zu sowjetisch“ und wird zu sehr mit dem Separatismus im Donbass verbunden. Dieser Separatismus versucht den Begriff des Antifaschismus zu vereinnahmen und setzt doch selbst in erheblichem Maße auf nationalistisch-russische Rhetorik und Rekrutierung russischer Neofaschisten. In diesem nationalistisch geprägten Klima in der Ukraine werden Kriegsdienstverweigerer verfolgt, LGBT-Aktivist*innen angegriffen und linke Gegenwehr als Vaterlandsverrat deklariert.
Vortrag (ca. eine Stunde) mit anschließender Diskussion

Referent: Manuel Lautenbacher
Beginn: 19:00

Eintritt frei, Spenden erwünscht