Die Veranstaltungsreihe will dabei zweierlei leisten. Zum Einen soll ein kritischer Blick auf die Krisenerscheinungen der letzten Jahre geworfen werden, um damit Fragen der politischen Ökonomie unserer Zeit näher zu beleuchten. Andererseits ist seit Jahren eine Krise der Gesellschaftskritik zu beobachten, die nicht unabhängig von ökonomischen Entwicklungen verstanden werden kann. Wenn etwa neoliberale Steuerungsmechanismen zur Umgestaltung des Bildungswesens führen, wie es in den letzten Jahren in Deutschland geschehen ist, dann schlagen diese Entwicklungen auch direkt auf das kritische Bewusstsein zurück. Vor diesem Hintergrund werden in den einzelnen Veranstaltungen unterschiedliche sich als kritisch verstehende Denkansätze vorgestellt sowie deren Reichweiten und Grenzen diskutiert.
„Kritik in der Krise” schließt an die Veranstaltungsreihe „Kritische Theorie der Gesellschaft“ an, die von April bis Juni 2012 in Augsburg stattgefunden hat. Hierbei lag der Schwerpunkt auf der klassischen „Kritischen Theorie“, wie sie in den 1930er bis 1960er Jahren unter anderem von Denkern wie Adorno, Horkheimer und Marcuse entwickelt wurde. Wenn „Kritik in der Krise“ nun den Fokus auf regulationstheoretische oder poststrukturalistische Ansätze legt, stellt die klassische „Kritische Theorie“ doch zugleich einen Referenzpunkt für die Diskussion solcher neuerer sich als kritisch verstehender Ansätze dar. Die Veranstaltungen richten sich dabei keinesfalls an ExpertInnen, sondern sollen einen einführenden Charakter besitzen. Unser Anliegen ist eine gemeinsame Schärfung des Verfahrens der Kritik, um schrittweise eine Kritik der Krise zu entwickeln, die den Anforderungen unserer Zeit standhält.
Termine:
14. Dezember:Krisen im Kapitalismus heute. Einblicke und Ausblicke aus politisch-ökonomischer Sicht
Dr. Athanasios Karathanassis
11. Januar:
Die symbolische Macht der neoliberalen Ideologie: Diffuses bis reaktionäres Krisenbewusstsein
Martin Proißl
8. Februar:
Die Kritik der Kunst des Regierens – Michel Foucault und die antitotalitäre Machtkritik
Ludwig Gasteiger
8. März:
Der poststrukturalistische Feminismus und die uneigentliche Erfahrung. Versuch einer feministischen Kritik an Judith Butler
Karina Korecky
12. April:
Die Menge wird zum Fürsten – Antonio Negris/Michael Hardts postoperaistische Antwort auf die durchkapitalisierte Welt
Dr. Alexander Jungmann
10. Mai:
Die Kontinuität von Subversion und bunter Enttäuschung … oder die Frage vom Umgang mit Kulturindustrie -
Arbeitskreis für Kulturindustriestudien
Alle Veranstaltungen beginnen um 19h
Der Eintritt ist frei, Spenden erwünscht.
http://kritik-krise.tumblr.com/